8. Müritz-Lauf am 23.08.2008

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Jan - Du bist SUPER!

Jan Prochaska "DerTitan" Er ist der beste Ultraläufer Deutschlands, der Titan der Langstrecke - unbezwingbar und trotzdem bescheiden. Als Deutscher Meister im 24-Stundenrennen der DUV (242 km) reiste Jan Prochaska als Titelverteidiger zum 8. Müritz-Lauf an, um seiner Siegesserie einen weiteren Triumph hinzuzufügen.

Zum Müritz-Lauf haben sich diesmal über 120 Männer angemeldet. Einige mussten kurzfristig gesundheitsbedingt absagen (u.a. auch Torsten Goede aus Hamburg - Sieger des 5. Müritz-Lauf), sodass letztendlich 102 Ultraläufer an den Start gingen, um die Müritz zu umrunden. Die Strecke forderte auch dieses Jahr wieder ihre Opfer. 87 Finisher - so das aktuelle Endergebnis.

Aber der Reihe nach. Kurz vor Acht hat Wolf-Dieter Ringguth (M-V-Landtagsabgeordneter und Bürgermeister der Gemeinde Rechlin), stellvertretend für den Schirmherren Jürgen Seidel (Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in M-V) das obligatorische Grußwort an die Teilnehmer gerichtet. Zu diesem Zeitpunkt regnete es noch. W.-D. Ringguth sagte deshalb: “Für das Wetter bin ich ab Rechlin zuständig.” Diese Worte schien der Wettergott gehört zu haben, denn nur kurz nach dem Start hörte es auf zu regnen und die Sonne schob sich allmählich durch die starke Wolkendecke. Lediglich der Wind blieb den ganzen Wettkampftag latent vorhanden, aber insgesamt war es herrliches Läuferwetter.

Bereits kurz nach dem Start zeichnete sich ab, dass der diesjährige Ultramarathon stark besetzt war. Einer wollte es diesmal ganz genau wissen: Hansmartin Spatzier vom SSL Vorspiel Berlin ließ es von Anfang krachen und lief sehr lange unangefochten an der Spitze. Jan Prochaska dazu: “Ich hatte mich schon während des Laufes damit abgefunden, diesmal nicht den Sieg einzulaufen. Ca. 5 km vor dem Ziel - in Höhe Kameruner Zeltplatz - sah ich jedoch den Spitzenreiter vor mir und witterte meine Chance.” Dies nutzte der Ausnahmeathlet von der LG Nord Berlin auch prompt. Nicht nur, dass Jan Prochaska den Führenden überholte, er nahm ihm auf den letzten Kilometern sogar noch 2,5 Minuten ab. Das war Maßarbeit und wieder einmal eine absolute Spitzenleistung von dem Läufer mit der Nummer 1, die der Veranstalter nicht umsonst an den Berliner vergab.

Mit 05:34:20 Stunden erreichte Jan Prochaska das Ziel im Warener Stadthafen und verfehlte seinen Streckenrekord aus dem Jahr 2004 (05:29:17 Stunden) nur knapp.

Zweiter wurde Hansmartin Spatzier mit 05:36:51 Stunden. Ein kleiner Trost: Mit dieser Zeit konnte sich der Berliner in der “Ewige Rangliste der Müritz-Umrunder” auf Platz 2 schieben. Drittplatzierter beim 8. Müritz-Lauf wurde Karsten Schmidt (Klein Krams) mit 06.00:33 Stunden.

Einmalig!

Jan Prochaska - der Läufer-Titan von der LG Nord Berlin ist nun der einzige Läufer mit drei Siegen beim Müritz-Lauf. top


Grit Seidel siegt mit neuem Fabelrekord

2006 gab die sie ihr Debüt beim 6. Müritz-Lauf. Damals benötigte die junge Berliner für den 76,7-km-Ultramarathon noch 07:53:46 Stunden. Zum 8. Müritz-Lauf sah die Welt dann schon anders aus. Als Deutsche Vizemeisterin im 24-Stunden-Rennen (201 km) fuhr die Läuferin von der LG Nord stärker denn je an das "Kleine Meer" und gewann das Rennen in der Frauenkategorie mit einem Fabelrekord von fantastischen 06:56:32 Stunden.

Damit ist sie die erste Frau, die die Müritz unter sieben Stunden umrundete. Zuschauer, Sportler und Organisatoren waren begeistertvon dieser außergewöhnlichen Leistung. Zurecht erhielt sie die 100 Euro für den neuen Streckenrekord. Grit Seidel ist somit die dritte Sportlerin von der LG Nord Berlin, die den Müritz-Lauf gewinnen konnte. Mit ihrem Sieg machte sie so die Siegesserie der Berliner perfekt. Die Athleten von der LG Nord Berlin haben nun von 16 Wettkämpfen (8x Männer, 8x Frauen) sieben Mal gewonnen und führen damit klar die interne deutsche Länderwertung beim Müritz-Lauf an.

Greta KörberBeim Frauenwettbewerb traten übrigens dieses Jahr neun Damen an - alle erreichten zudem das Ziel. Hut ab! Hier die Platzierungen:

    • 1. Seidel, Grit (LG Nord Berlin Ultrateam) - 6:56:32 Stunden
    • 2. Michel, Petra (SV Post Telekom Schwerin) - 7:27:30 Stunden
    • 3.Dilling, Daniela (KSC Strausberg) - 7:39:10 Stunden
    • 4. Keelan, Bettina (LT Bernd Hübner Berlin) - 8:08:53 Stunden
    • 5. Sekulla, Katrin (Berlin) - 8:45:05 Stunden
    • 6. Hoffmann, Andrea (1. LAV Rostock) - 9:18:15 Stunden
    • 7. Pautzsch, Ulrike (Kanu Altenburg) - 9:23:19 Stunden
    • 8. Kraft, Christine (TV Mengede) - 9:31:40 Stunden
    • 9. Körber, Greta (SG Haspa / Stelle) - 10:43:18 Stunden

      Besonders beeindruckend die Leistung von der 1936-geborenen Greta Körber. Sie ist die älteste Teilnehmerin, die jemals beim Müritz-Lauf antrat und zudem das Ziel vor dem Zielschluss erreichte - Großes Kompliment! top


      Nicht einmal die Panne konnte ihn stoppen

      Volker Klemmer - der Lokalmatador vom MSC Waren kündigte bereits im letzten Jahr an, dass er seine bisherige Bestmarke dieses Jahr toppen wollte. Das gelang ihm auch. Mit 03:00:43 Stunden wurde er mit einem neuen Streckenrekord beim diesjährigen Handbikingwettbewerb rund um die Müritz zum zweiten Mal Sieger.

      Zwischenzeitlich sah es gar nicht so gut, denn wiedermal spielte die Technik nicht mit - diesmal war es ein Platten, der sein Vorhaben fast scheitern ließ.

      Aber Volker Klemmer ist ein Kämpfer wie er im Buche steht. Mit einem einmaligen Kampfeswillen machte er sich auf die Verfolgung von Jan Phillip Ohm (Otto Bock Team / Rendsburg). Aufgrund seines Heimvorteiles und den daraus resultierenden besseren Streckenkenntnissen konnte er den 18jährigen Rendsburer noch knapp vor dem Ziel abfangen. Jan Phillip Ohm (Endzeit: 03:00:48 Stunden] hatte sich kurz vor Rennende verfahren, weil er annahm, dass das Ziel genau dort ist, wo auch der Startschuss fiel.

      Außerdem beklagte sich der junge Mann beim Organisator darüber, dass die Zielgasse zu eng wäre und man dort keinen Sprint mehr fahren könne. Der Drittplatzierte Hans-Theo Wendland (BSG Müllheim) verfuhr sich ebenfalls auf der Strecke. Sein Tacho zeigte am Ziel 97 km an. Trotz dieses Umweges schaffte er die Strecke immerhin noch unter vier Stunden (seine Endzeit: 03:59:33 Stunden).

      Zu den Vorwürfen möchte der Veranstalter kurz Stellung nehmen:

      Der Veranstalter hat die Kritik aufgenommen und wird sich bemühen, bereits zum nächsten Rennen die Streckenbeschilderung für die Handbiker zu optimieren.

      Bezüglich der engen Zielgasse: An der engen Zielgasse werden wir auch in den kommenden Jahren festhalten. Für die Sportler heißt dies, dass die Entscheidung auf der Strecke gesucht werden muss.

      Am Ende des Tages waren dennoch alle Handbiker zufrieden, glücklich und sich einig darüber, dass die Müritz-Umrundung eine echte Herausforderung und ein unvergessliches Erlebnis ist. Übrigens: Bisher haben acht Handbiker die Müritz umrundet - hier die “Ewige Rangliste”. top


      Wenn die Hornisse sticht

      Bei der Veranstaltung kam es zu einem kleinen Zwischenfall.

      Der Nordkurier berichtete in der Müritz-Zeitung (Ausgabe: Montag, 25. August 2008, Seite 11):

      Zwischenfall bei Müritz-Lauf Zwischenfall

      MÜRITZKREIS (ISD). Unliebsame Bekanntschaft mit Hornissen haben zehn Teilnehmer des Müritz-Laufes geschlossen.

      In der Nähe von Zielow wurden sie von ihnen alltackiert. Der ehrenamtliche Sanitätsdienst eilte mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt zur Hilfe, außerdem kamen die Rettungsdienste aus Bollewick, ebenfalls mit Notarzt, sowie aus Mirow. Nach Auskunft von Notärztin Claudia Schafranka zeigten acht der Läufer nur örtliche Hautreaktionen, sie konnten nach einer kurzen Behandlungspause den Müritz-Lauf fortsetzen.

      Eine Läuferin musste jedoch ins Müritz-Klinikum gebracht werden. Dass die Hornissen von den Erschütterungen der Läufer aufgeschreckt wurden, glaubt die Notärztin nicht. So etwas könne immer mal passieren, meint sie. Müritz-Lauf-Kenner erinnern sich, dass es schon einmal einen Zwischenfall mit Wespen gegeben hat.

      Der Veranstalter ergänzt: Die Teilnehmerin, die im Müritz-Klinikum aufgenommen und medizinisch versorgt wurde, ist zwischenzeitlich wieder gesund entlassen worden.

      Wissenswertes zur Hornisse: http://de.wikipedia.org/wiki/Hornisse top


      1. LAV Rostock ließ den Traum vom 6. Sieg platzen

      Der MSC Waren war zuletzt ungeschlagen. Als fünffacher Meister und Rekordhalter waren die Männer vom MSC als Favorit beim Müritz-Team-Lauf (Männer) gesetzt. Diese Favoritenrolle wollten sie jedoch nicht so recht annehmen, denn sie wussten von der Stärke der Läufer des 1.LAV Rostock.

      Beim diesjährigen Müritz-Team-Lauf gingen von 37 gemeldeten insgesamt 35 Teams an den Start. Ein buntes Feld: Laufgruppen, Vereine, Fun- und Firmen-Teams lieferten sich ein heißes Gefecht. Es war ein spannender Wettkampf und ein schnelles Rennen, bei dem nicht nur die Läufer ihr Bestes gaben, sondern auch die Team-Betreuer. Denn anders als bei anderen Läufen ist es beim Müritz-Team-Lauf möglich, dass die Betreuer ihre Läufer auch während des Laufes begleiten und betreuen. Solange mengenmäßig keine Beschränkungen notwendig werden, wird der Veranstalter diese Möglichkeit auch weiterhin einräumen.

      Allerdings kam es dieses Jahr zu einem Protest, weil ein Läufer im Windschatten seines Fahrrad-Begleiters lief. Dem Protest wurde nicht stattgegeben.

      Da sich mittlerweile genauso viele Begleiter wie Läufer auf der Strecke befinden, weist der Veranstalter noch einmal eindringlich darauf hin, dass Windschattenrennen untersagt sind. Dies entspricht nicht den Regeln und der Fairness des Müritz-Team-Lauf.

      Am Ende setzte sich das Team vom 1. LAV Rostock (Thomas Deichmann, Tom Schlegel, Karl Schreiber, Reno Korlep, Christian Amling, Katharina Splinter, Arne Welenz und Reno Kolrep) durch und ließ somit die Träume des MSC von einem 6. Sieg platzten. Zudem verbesserten die Rostocker den Streckenrekord um 12 Minuten 33 Sekunden auf nunmehr 04:35:58 Stunden.

      Die MSC-Männer um Paavo Lohmann liefen mit 04:52:19 Stunden ihre zweitbeste Zeit aller bisherigen Teilnahmen. Trotz dieser Spitzenleistung reichte es letztendlich dennoch nur für Platz 3. Das Team “Der Rest” (ebenfalls aus Rostock) war an diesem Tag jedoch noch stärker. In den Vorjahren (2. und 3. Plätze hinter dem MSC) gingen sie diesmal mit 04:49:07 Stunden über die Ziellinie und belegten somit den verdienten 2. Platz.

      Im Gespräch zeigte sich Paavo Lohmann enttäuscht, aber dennoch sehr fair: “Der 1. LAV Rostock und “Der Rest” waren heute klar besser. Aber wir blicken nach vorn.” Auch wenn der MSC Waren beim 8. Müritz-Team-Lauf doch Einiges verloren hat, ein Titel bleibt: “Fünffacher Sieger in Folge”. top


      Die LaufbekanntschaftenMüritz-Team-Lauf der Frauen: Neuer Rekord für “Die Laufbekanntschaften”

      Noch Stunden danach feierten “Die Laufbekanntschaften” aus Berlin ausgelassen ihren Sieg beim Müritz-Team-Lauf im Wettbewerb der Frauen.

      Dazu hatten sie auch allen Grund, denn der Sieg wurde mit dem neuen Streckenrekord (05:19:16 Stunden) gekrönt. Als Siegerinnen erhielt das Team dann noch einen wunderschönen Pokal, 100 Euro Streckenrekord-Prämie und außerdem viel Sekt, den Christian Däuble (Ladenbesitzer am Warener Stadthafen) allen Podiums-Platzierungen sponsorte.

      Sechs Frauen-Teams gingen insgesamt an den Start. Wie bereits im Vorjahr belegten: * den 2. Platz das Team vom LAV Waren mit 06:06:25 Stunden und * den 3. Platz das Opel Schlingmann Mum Team mit 06:12:23 Stunden. Dabei ist anzumerken, dass beide zuvor genannten Teams ihre Laufleistung zum Vorjahr um rund 18 Minuten verbessert haben. top


      Grandioser Einstieg beim Städte-Lauf Ronald Hampe (MSV Neuruppin)

      Am 14.08.2008 ging um 21.16 Uhr die Online-Anmeldung von Ronald Hampe bei den Müritz-Lauf-Organisatoren ein.

      Zu diesem Zeitpunkt war er noch unbekannt, aber spätestens nach dem diesjährigen Städte-Lauf kennt ihn jeder.

      Es war ein großartiger Auftritt - ein Schaulaufen des -am 24.12.1967 geborenen- Läufers vom MSV Neuruppin.

      In einem sehr stark besetzten Teilnehmerfeld (111 Finisher) verbesserte Hampe mit 01:42:21 Stunden die alte Bestmarke von Dr. Dirk Albrecht (Sieger von 2004 - 2007) um 5:47 Minuten. Auch die Plätze 2 bis 5 (Jens Bartusch, Henning Große, Thomas Nobs und Jürgen Bremels) blieben unter dem alten Streckenrekord.

      Somit war der diesjährige Städte-Lauf der bisher schnellste Männer-Wettkampf.

      Im Wettbewerb der Frauen gingen 23 Läuferinnen an den Start. Hier gewann Bertina Druschke (Glienicke/ Nordbahn) mit 02:09:59 Stunden vor Uta Bünger (Schwerin) und Anja Grothe-Kraft (LC Dosse-Wittstock). top


      “Der junge Mann braucht das Geld eher als ich”

      sagte Christian Joachimmeyer vom FC Barcelona im Ziel; fügte aber weiter hinzu: “Thomas Hartung war gut unterwegs und hat mich ganz schön gefordert. Zum Ende hätte ich vielleicht noch etwas zulegen können, aber das hebe ich mir für das nächste Jahr auf.”

      Was war passiert? Der Vorjahressieger der Städte-Wanderung, Christian Joachimmeyer, ging mit Thomas Hartung, dem Neubrandenburger Studenten, Seite an Seite die 28,2 km von Röbel/ Müritz nach Waren (Müritz). Beide gingen so schnell, dass sie schon auf den letzten Kilometern wußten, dass garantiert der Streckenrekord fallen wird.

      Da der Veranstalter für einen neuen Streckenrekord 100 EUR vergibt, ließ Joachimmeyer Hartung beim Zieleingang einfach zweit Schritte vorausgehen. Eine faire Geste, die zeigt, dass “Geben mehr ist als Nehmen”.

      Fast jeder kennt die gemeinsamen Duelle zwischen den britischen Zehnkämpfer Daley Thomson und dem Deutschen Jürgen Hingsen. Man darf gespannt sein, ob die Städte-Wanderung zukünftig das Duell “Joachimmeyer vs. Hartung” sein wird.

      Den dritten Platz belegte Lothar Hartung (ebenfalls SV Turbine Neubrandenburg) - seine Zeit: 03:24:04 Stunden.

      Michael Genschmer, der als Einziger an allen Städte-Wanderungen teilnahm, konnte seine Zeit auf 04:11:20 Stunden verbessern.

      Bei der Siegerehrung der Frauen meinte die Siegerin Sabine Bening (Uckerland) auf dem Siegerpodest stehend: “Mir ging es nur um die Zeit.” Dieses Ziel hat sie erreicht: Neuer Streckenrekord - 03:22:57 Stunden. Die weiteren Platzierungen: 2. Platz: Gabriele Brumlich (WSG 81 Königs-Wusterhausen) 05:11:14 Stunden; 3. Platz: Brunhilde Joachimmeyer (Bohmte-Hunteburg) 05:11:15 Stunden top