Lebenstraum erfüllt

Freitag, 07. Oktober 2011
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Ansicht vergrößernMichael Vanicek - Dritter beim Spartathlon 2011 - im Interview

Hallo Michael, seit drei Tagen wieder Zuhause. Ein sensationelles Ergebnis in Griechenland: Platz 3 beim Spartathlon. Wie fühlst Du Dich?

Für mich ist wirklich ein läuferischer Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Ich bin überglücklich mit diesem Ergebnis. Bis auf mein andauerndes Sitzbeinproblem, hatte ich orthopädisch nicht die geringsten Probleme. Schon am Montag nach dem Spartathlon haben wir einen zweieinhalbstündigen, ruhigen Regenerationslauf in den Anhöhen rund um Athen gemacht.

Wie verlief der Lauf aus Deiner Sicht?

Bei der exzellenten Güte des Läuferfeldes hätte ich mir im Vorfeld etwa einen 7. bis 8. Platz zugetraut. Die Temperaturen waren doch recht hoch und einige erstklassige Läufer haben in dieser frühen Phase des Rennens bestimmt wichtige Körner verbraucht. Ich konnte mich in den kühleren Abendstunden gut nach vorne arbeiten, und das motiviert einen ja bekanntlich noch zusätzlich.

Wann hattest Du das Gefühl, dass der Podiumsplatz diesmal für Dich drin ist?

Ganz ehrlich - als überzeugter Zweckpessimist hatte ich das Gefühl erst 20km vor dem Ziel. Ich hab bei 24h Läufen schon erlebt, wie es 4 Stunden vor Schluß ganz plötzlich vorbei sein kann - etwa wenn man gesundheitliche Probleme bekommt. Deshalb freue ich mich nie zu früh, bleibe skeptisch und konzentriert.

Wie hast Du Deinen 3. Platz gefeiert?

Nun, ...das griechische Bier kann ja auch ganz schmackhaft sein! ;-) Gefeiert wurde ich liebevoll vom gesamten Deutschland-Team bei der Siegerehrung am Montag. Die haben so frenetisch gejubelt, dass ich beinahe mehr Applaus erhielt als der eigentliche Sieger - vielleicht hätte mir das etwas unangenehm sein müssen, aber dafür war ich einfach viel zu ergriffen! :-)

In wenigen Wochen wird sich Eure Familie vergrößern. Wie geht es mit Deiner Läuferkarriere weiter?

Ich hab das nie als Läuferkarriere betrachtet, denn es ist ja nur ein Hobby mit dem ich nun mal nicht meine Brötchen verdienen kann. Ich werde Intensität und Umfänge ganz bestimmt zu fünfzig Prozent runterfahren müssen und dann geht es in den Wettkämpfen eben nicht mehr um die vorderen Plätze - das war so gewollt und da kann ich mich jetzt auch gut drauf einstellen.