Jan-Albert Lantink (NED) - Der erste internationale Müritz-Lauf-Sieger stellt sich knapp einem Monat vor dem Wettkampf den Fragen des Veranstalters.
Jan-Albert, die Insider kennen Dich. Was sollten die Newcomer über Dich wissen?
Ich bin schon immer gern gelaufen. 2006 fing ich dann mit Ultralaufen an. Da war ich 48 Jahre jung. Mein Hauptziel war es, einmal den Spartathlon zu laufen. Und da man nie weiß, was im Leben so kommt, hab ich einfach losgelegt. Meine Titel - Ich wurde zweimal Nationaler Meister im 24Stunden-Lauf und einmal Niederländischer Meister über 100km (www.ultralopersborne.nl).
2010 wurdest Du Müritz-Lauf-Champion. Nur einen Monat später hast Du beim legendärem Spartathlon den 2. Platz belegt. Eigentlich wolltest Du danach aufhören, hast aber jetzt zur Freude aller noch eine Saison rangehängt. Wie kam es zu diesem Entschluss?
Ja, nach dem Müritz-Lauf bin ich dann zum Spartathlon. Dort wurde ich in 23 Stunden 31 min Zweiter. Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich wäre. Auch mein Trainer nicht.
Auf den Rückflug von Athen nach Amsterdam habe ich mit meiner Tochter Emilia (15 Jahre) den Lauf analysiert. Viele Sachen hätte ich noch besser machen können. Das geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf und deswegen werde ich es einfach noch einmal ausprobieren.
Der Müritz-Lauf und der Spartathlon sollen also Deine letzten beiden Wettkämpfe sein. Wie bereitest Du Dich momentan auf diese Höhepunkte vor?
Ich trainiere viel und fahre jetzt mehr und mehr nach Deutschland zum Hügeltraining. In den Niederlanden gibt es keine. Ansonsten auch viel auf Geschwindigkeit mit dem Intervalltraining. Halt ich für sehr wichtig. In diesem Jahr bin ich mit 53 Jahren noch 1:15 auf den Halb-Marathon gelaufen. Und das ohne viel Geschwindigkeitstraining.
Im letzten Jahr warst Du nicht weit weg vom Streckenrekord. Wie siehst aus - Hältst Du eine erfolgreiche Titelverteidigung plus einen neuen Streckenrekord 2011 für möglich? Wie ist Deine Form?
Ich weiß nicht, was möglich ist. Meine Form ist schon gut, aber vorher sage ich nie, was ich schaffen will. Es kommt oder es kommt nicht. Wichtig ist, dass ich nicht kaputt gehe und meine Teilnahme am Spartathlon gefährde. Für den Müritz-Lauf hoffe ich auf sehr heißes Wetter - auch als Test für die 246 km in Griechenland.
Die Teilnehmerliste füllt sich. Ist aus Deiner Sicht schon jemand dabei, der das Zeug hat, Dir gefährlich zu werden?
Ich schau nicht auf andere, ich laufe mein eigenes Rennen. Was die deutsche Läufer so drauf haben, kann ich nicht sagen. Aber es kommt der Niederlander Romeijn. Der will nur eins: Gewinnen! Er läuft wahrscheinlich nicht den WK 100km in Winschoten, was viele in den Niederlanden schade finden. Ich gehe deshalb davon aus, dass er hier an der Müritz voll auf Angriff geht.
Deine Renntaktik soll jetzt nicht zur Diskussion stehen, aber Du hattest im letzten Jahr auch einen tollen Fahrradbegleiter. Ist er in diesem Jahr wieder mit dabei und wie wichtig ist es für Dich, einen Freund an Deiner Seite zu haben?
Die Planung ist noch offen. Die Ultraläufe machen ich immer mit Freunden. Da ist der Spaßfaktor größer. Auf der Rückfahrt im letzten Jahr standen wir stundenlang in Hamburg im Stau. Mein Freund Jos hat die Gelegenheit genutzt und vielen Autofahrern den wunderbaren Müritz-Lauf-Pokal gezeigt. Die haben sich mit uns gefreut. Das war schon schön.
Zum Abschluss: Wie bist Du damals auf den Müritz-Lauf aufmerksam geworden und wie waren Deine Eindrücke nach der ersten Müritzumrundung?
Den Müritz-Lauf habe ich auf unserer niederländischen Website (Ultraned.org) gesehen. Nach dem Lauf war ich positiv beeindruckt. Sehr freundlichee Helfer, eine schöne Unterkunft in Waren (Müritz) und ein sehr schöner Parkours, der sich anbietet, eine regelmäßige Geschwindigkeit zu laufen.
Wir bedanken uns bei Dir für das Interview und wünschen Dir weiterhin eine optimale Vorbereitung.
















